Leserbrief zur Sanierung der AHV

Mit dem Entscheid des Nationalrats, das Frauenrentenalter zu erhöhen, spart die AHV 1.4 Milliarden Franken pro Jahr. Das ist erfreulich. Leider ist das AHV-Loch damit noch längst nicht saniert. Der AHV fehlen bekanntlich 200 Milliarden Franken bis ins Jahr 2045. Nun gibt es von links bis rechts kreative Ideen an Geld zu kommen. So zum Beispiel die SNB-Gelder anzuzapfen oder Finanztransaktionssteuern einzuführen.

Diese Scheinlösungen sind meines Erachtens kaum nachhaltig. Eine wirklich nachhaltige Lösung liegt in der Anbindung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Dabei benötigt es keinen radikalen Ansatz, wie es einige andere Länder tun. Das Rentenalter steigt in Holland oder Dänemark bis 2050 auf über 70 Jahre. Zwei Länder die für die besten und nachhaltigsten Vorsorgesysteme bekannt sind.

Für die Schweiz wäre eine Erhöhung auf das Rentenalter 66 für Mann und Frau bis 2032 bereits sehr effektiv. Anschliessend benötigt es eine Anbindung an die Lebenserwartung und die AHV ist nachhaltig saniert. Wie soll das funktionieren? Steigt die Lebenserwartung an, erhöht sich auch das Rentenalter automatisch. Das Rentenalter erhöht sich aber nicht parallel zur Lebenserwartung, sondern mit dem Faktor 0,8. Erhöht sich die Lebenserwartung also bis 2050 beispielsweise um zwei Jahre, würde das Rentenalter lediglich um 19 Monate ansteigen. Neue Steuern und Umverteilungen sind somit obsolet.

Genau diese Vorgehensweise fordert die Renteninitiative von uns Jungfreisinnigen. Die Initiative befindet sich im Schlussspurt und wird am 16. Juli 2021 eingereicht. Damit erreichen wir eine nachhaltige und generationengerechte AHV.

Matthias Erni, Präsident Jungfreisinnige Kriens

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