Für eine dezentrale E-ID

Ausländische Behörden missbrauchten Kontaktdaten von Corona-Apps zur Strafverfolgung.

Wie am Wochenende berichtet wurde, missbrauchten ausländische Behörden Kontaktdaten von Corona-Apps zur Strafverfolgung. Die Schweiz hingegen ist gut gefahren mit der dezentral aufgebauten SwissCovid App für das Contact Tracing. Dasselbe Konzept braucht es auch für die E-ID.

Mehr Vertrauen durch Dezentralisierung

Ein dezentraler Ansatz, bei welchem die Daten auf dem Smartphone beim Benutzer bleiben und nicht in irgendeinem Firmendatacenter herumschwirren, schafft viel Vertrauen. Das hat in der Bevölkerung gefehlt, wie es das Abstimmungsresultat zur E-ID zeigte. Fast zwei Drittel lehnten das zentralisierte Konzept im März 2021 ab.

Die Rolle des Staats bei der E-ID

Die Rolle des Herausgebers der E-ID beziehungsweise des Staates muss es sein, die Identität nachzuweisen und nicht jeden Einkauf in Onlineshops zu tracken. Stattdessen muss der Staat ein elektronischer Nachweis herausgeben, der sich jede Schweizerin und jeder Schweizer auf seinem Gerät speichert. Mit diesem kann er oder sie sich am Onlinedienst eindeutig ausweisen. Ohne dabei den Herausgeber der Identität informieren zu müssen.

Wie schafft man die Akzeptanz?

Das Beispiel der ausländischen Missbräuche solcher digitalen Lösungen zeigt es einmal mehr: Die zukünftigen Systeme müssen immer unter Berücksichtigung des Datenschutzes entworfen werden. So bin ich überzeugt, hat die E-ID eine reale Chance von der Bevölkerung akzeptiert und genutzt zu werden.

Kontext

Die Luzernerzeitung berichtete über die Missbräuche aussländischer Behörden. Persönliche Daten zur Verfolgung von Infektionen wurden von australischen und deutschen Ermittlern zur Aufklärung von Straftaten genutzt – obwohl dafür in manchen Fällen keine Rechtsgrundlage existiert.

Mein Leserbrief in der Luzerner Zeitung

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